Ziel der Bachelorarbeit

Ziel dieser Bachelorarbeit war es, ein smartes, unterstützendes, medizintechnisches Gerät zur Behandlung von Hörminderung zu konzipieren, welches in Funktionsumfang und Ausstattung herkömmlichen Geräten überlegen ist und den Gehörgang nicht blockiert. Es sollte aus ästhetischer Sicht ein Accessoire entstehen, welches sichtbar getragen wird und der Akzeptanz einer Brille in nichts nachsteht. Dem Träger sollte dabei ein Gefühl von Selbstverständlichkeit vermittelt werden.

Designtheorie

In einer Online-Umfrage wurde der Status quo von Hörgeräten und ihren Trägerinnen und Trägern untersucht, um Probleme und Potentiale zu ermitteln. Ein weiterer wichtiger Faktor war herauszufinden, ob das Tragen eines Hörgeräts noch immer mit einem Gefühl von Scham verbunden ist.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage waren, dass das Tragen eines Hörgerätes kein so großes Schamgefühl mehr auslöst, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war und mehr als die Hälfte der Teilnehmer wünschten sich ein Hörgerät, welches den Gehörgang nicht blockiert. Der Großteil der Teilnehmer hatten deshalb auch kein Problem ihr Hörgerät offen zu tragen, sehen es aber nicht als Accessoire an, was vor allem an der Gestaltung liegt. Außerdem wünschen sich mehr als die Hälfte der Teilnehmer, dass sie selbst in die Einstellungen des Akustikers eingreifen können, um Anpassungen vorzunehmen.

Udito

Das Ergebnis der Bachelorarbeit war Udito.
Ein smartes Knochenleitungshörgerät, das sich gegen den Trend der Miniaturisierung setzt und offen als Accessoire getragen wird. Das Schamgefühl beim Tragen eines Hörgeräts ist in den letzten Jahren nachweislich gesunken aber der Wunsch der gesellschaftlichen Akzeptanz weiterhin auf hohem Niveau. Um dieses Ziel zu erreichen und das Hörgerät auf den Stellenwert einer Brille zu heben, ist eine frühzeitige Aufklärung nötig. Udito richtet sich deshalb an Personen mit einer leichten bis mittelgradigen Hörschädigung. Das Design dient dabei als Vermittler um Hörgeräte im Alltag zu etablieren. Das größte Hindernis für technische Innovationen bei aktuellen Hörgeräten ist der Akku. Nur wenige Geräte haben überhaupt Akkus verbaut und wenn doch, dann halten diese nur maximal einen Tag und müssen durchschnittlich jedes Jahr komplett erneuert werden. Udito setzt deshalb auf die Akkutechnologien der Zukunft, den Solid-State-Akku, und ermöglicht dadurch neue technische Möglichkeiten, sowie eine längere Laufzeit und Lebensdauer, ohne auf Zusatzgeräte zurückgreifen zu müssen. Die Udito Smartphone App ermöglicht dem Nutzer eine größtmögliche Selbstbestimmung und dient, neben der Touch-Steuerung am Gerät, als zentrale Steuereinheit. Um den Gehörgang freizuhalten funktioniert die Schallübertragung bei Udito über die Knochenleitung. Dies sorgt außerdem dafür, dass das Gerät wasserdicht ist da kein offener Lautsprecherausgang erforderlich ist.

Udito Ladestation

Zu jedem Udito-Hörgerät gehört eine farblich auf das Gerät abgestimmten Ladestation. Diese Ladestation besteht aus zwei Hauptsegmenten, der Außenschale und dem Einschub. Die Außenschale dient als Verschluss und Schutz für den Einschub. Gleichzeitig befindet sich im hinteren Teil eine Lademulde für ein Smartphone, der im Gehäuse untergebrachte Akku und der Anschluss zum Laden des Geräts. Beim Laden von Udito lädt sich die Ladestation mit auf und sorgt so dafür, dass man Sie auch unterwegs dabeihaben kann, um im Notfall mobil sein Hörgerät wieder aufzuladen. Im Einschub findet sich Platz für Udito, mit dem entsprechenden Ladekontakt, dem Ladekabel sowie sechs Steckplätze für die wechselbaren Clips.

Udito App

Udito wird über eine Smartphone-App gesteuert, die es dem Nutzer ermöglicht eigenständig Anpassungen seines Hörens vorzunehmen. So gibt sie dem Nutzer unter anderem die Möglichkeit die Lautstärke des Geräts einzustellen, den zu hörenden Frequenzbereich zu regeln, Filtereinstellungen vorzunehmen und eigene Programme einzustellen. Diese sorgen dafür, dass sich das Hörgerät automatisch an Orte und Umgebungen anpassen kann.